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Techniker-Klasse besucht Freudenberg Sealing Technologies in Weinheim

„Meist unsichtbar, aber immer unverzichtbar: Die Dichtungen von Freudenberg Sealing Technologies machen uns allen das Leben in zahlreichen Produkten tagtäglich leichter.“

Dabei wird der Simmerring® – benannt nach seinem Entwickler, dem seinerzeit bei Freudenberg tätigen österreichischen Ingenieur Walther Simmer – als Beispiel für eine dynamische Dichtung zur Abdichtung drehender Bauteile, in Millionen Anwendungen eingesetzt.

Welche Technik hinter solch einem Radialwellendichtring steht, darüber konnten sich die Fachschüler der FTA1, die an der Werner-von-Siemens-Schule Mannheim ihre Weiterbildung zum Staatlich geprüften Techniker mit Fachhochschulreife in der Fachrichtung Automatisierungstechnik / Mechatronik mit der Vertiefung Produktionstechnologie innerhalb von zwei Jahren in Vollzeitform absolvieren, am 12. Juli 2017 direkt vor Ort einen interessanten Überblick verschaffen.

„Wissen schafft Möglichkeiten:“
Besuch der FTA1 am 12.07.2017 bei Freudenberg Sealing Technologies in Weinheim
Foto: Spies / Kamera: Bauer

Dabei unterstrich gleich zu Beginn ein eindrucksvolles Beispiel die außerordentliche Bedeutung eines Simmerrings®: Die thermische Belastung eines kleinen Simmerringes® kann dabei leicht das Vielfache einer Elektroherdplatte erreichen. Dies zeigt deutlich, warum Material und Design so wichtig für dieses Bauteil sind.

Im Rahmen seines einführenden Vortrags ging Herr Blatt (FST Academy) darüber hinaus auf sehr unterhaltsame Weise auf die Historie des Simmerrings®, seine Eigenschaften, den Aufbau und die Wirkungsweise desselben ein und zeigte typische Einsatzmöglichkeiten und Grenzen auf.

Das von Herrn Walter Simmer erfundene Original, eine seinerzeit zwischen zwei Metallteile geklemmte Ledermanschette stand in seinem lebendigen Vortrag ebenso als Anschauungsobjekt zum Begreifen im Wortsinne zur Verfügung wie zahlreiche unterschiedliche Ausführungsvarianten des „heutigen“ Simmerrings®, der ebenfalls ständig sehr variantenreich weiterentwickelt wird.

Die angehenden Techniker, die sich derzeit um ein Technikerprojekt bemühen, und in diesem Zusammenhang solch eine Exkursion auch dazu nutzen, einen Kontakt zu einem weltweit agierenden Unternehmen als potenziellem künftigen Arbeitgeber herzustellen, interessierten sich auch für Materialien, Produkte und typische Anwendungen; denn die Einsatzgebiete eines Technikers sind vielfältig: Sie erstrecken sich auf sämtliche Unternehmensbereiche in Industrie und Handwerk.

Dass Qualitätsmanagement insbesondere in der industriellen Fertigung eine bedeutende Rolle spielt, davon konnten sich die jungen Teilnehmer im Rahmen der anschließenden Werksführung überzeugen:
Herr Blatt und sein pensionierter Kollege Herr Kuhn führten durch sämtliche Werksbereiche entlang der Prozesskette zur Herstellung eines Simmerrings® bzw. seiner wesentlichen Bestandteile Metallteil, Gummi und Zugfeder: Angefangen beim Rohmateriallager der aufgewickelten Stahlflachbänder über die mechanische Bearbeitung, bei der zwei unterschiedliche Herstellungsverfahren vorgestellt wurden, entlang des Rohgummilagers, der Vulkanisation mit ihren unterschiedlichen Verfahren sowie der Extruder zur Produktion der Rohlinge bis hin zu den Bereichen zur Zugfederfertigung und nicht zuletzt dem Bereich, wo alle drei Elemente miteinander verbunden werden.

Qualität hat dabei entlang der gesamten Prozesskette oberste Priorität! So wird beispielsweise der Fertigungsprozess jedes Dichtungstyps im Rahmen von Referenzprüfungen jährlich requalifiziert, um unter Anwendung der sog. Null-Fehler-Strategie fortlaufend eine gleichbleibende Fertigungsqualität sicherzustellen. Auch Lebensdauerprüfungen werden an beigestellten Prüfständen der Ölindustrie durchgeführt, und viele andere Prüfungen, egal ob subjektiv durch den Menschen oder objektiv im Rahmen automatisierter Fehlererkennungssysteme.

So war insbesondere die Werksführung eine gelungene Verzahnung von Schule und Praxis, denn viele der im SST-Unterricht der Grundstufe vermittelten Inhalte zum Qualitätsmanagement fanden hier ihre praktische Umsetzung. Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Blatt und Herrn Kuhn, ohne die ein solch interessanter Vormittag nicht möglich gewesen wäre.

Organisiert und begleitet wurde die Exkursion von der Fachlehrerin Frau Spies, die im Rahmen einer Fortbildung den Kontakt zu Herrn Blatt hergestellt hatte. Außerdem mit an Bord war ihr Kollege Herr Pomi, der – von Hause aus ITler – nach Abschluss der Veranstaltung kommentierte: „Viel Neues gelernt über etwas, von dem man vorher gar nicht wusste, dass es so komplex ist.“

Nach Besuchen bei den Firmen SEW, Interroll, HBM, Joseph Vögele und FST wird die Exkursionsreihe im nächsten Schuljahr fortgesetzt, dann mit den neuen Fachschülern, die schon am 12. September d. J. ihre Weiterbildung beginnen können.

erstellt von sps am 13.07.2017