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… da war doch noch was: Schüleraustausch 2017

Schulpartnerschaft mit dem Lycée Professionnel Georges Cisson Toulon

Aus unterschiedlichen Bildungsgängen setzte sich die diesjährige Austauschgruppe der Werner-von-Siemens-Schule (WvSS) zusammen: Insgesamt 15 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 17 und 24 Jahren aus Berufskolleg, Automatisierungs-, Betriebs- sowie Energie- und Gebäudetechnik fuhren zusammen mit Frau Spies und Herrn Schattke nach Südfrankreich, wo die WvSS Mannheim nunmehr im 28. Jahr eine Partnerschaft mit dem französischen Lycée Professionnel G. Cisson in Toulon pflegt.

Offizielle Begrüßung im Rathaus von Toulon

Die vier Schülerinnen und elf Schüler nutzten die Gelegenheit, das dortige Ausbildungssystem kennenzulernen. In der Partnerschule in Toulon steht die Vollzeitausbildung im Vordergrund, und aufgrund der ländlichen Umgebung gestalten sich die beruflichen Aussichten der dortigen Schülerinnen und Schüler anders als bei uns. Um den Mannheimer Teilnehmern die Besonderheiten des französischen Systems näher zu bringen, standen während der Begegnungswoche Besuche in der französischen Schule und gemeinsame Betriebsbesichtigungen auf dem Programm. Die Schüler/-innen sahen dadurch die Unterschiede im Wirtschaftsraum, die das jeweilige Ausbildungssystem prägen. So hat die deutsche Gruppe u. a. eine traditionelle Seifenfabrik in Marseille besucht, die im Gegensatz zu den Ausbildungsfirmen unserer Auszubildenden keinerlei Automatisierung kennt.

Der Standrundgang durch Marseille wurde von dem dort heimischen französischen Kollegen Monsieur Pilavdjian geleitet, und schloss das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers sowie den von Foster geplanten verspiegelten Pavillon ein. So konnten die Teilnehmer innerhalb weniger Stunden einen ersten Eindruck von Frankreichs wichtigster Hafenstadt mit nach Hause nehmen, und unter Zuhause verstanden an dem Tag alle Toulon …

Während der Begegnungswoche in Frankreich wurden nachhaltige Kontakte geknüpft: Einige der französischen Schülerinnen und Schüler, die die oben abgebildete Gruppe über die gesamte Woche bei ihren Aktivitäten begleiteten, waren im Vorjahr in Mannheim gewesen und den Mannheimern dadurch teilweise bereits bekannt. Zur Vertiefung der Kontakte wurden Sprachanimationen zu den Themen „Begrüßung“ und „gegenseitiges Kennenlernen“ durchgeführt, bei denen beide Seiten dazu animiert wurden, die jeweilige Fremdsprache zu sprechen; dabei wurde viel gelacht und auch häufig auf Englisch oder Gestik zurückgegriffen. Auf einer Schiffsfahrt durch die Bucht von Toulon, gemeinsamen Besuchen des Mont Faron und eines bekannten Wochenmarktes gab es viele Gelegenheiten des kommunikativen Austauschs, die von allen genutzt wurden.

In Toulon waren die Schülerinnen und Schüler dazu angehalten, die alltäglichen Geschäfte des Austauschs (Umgang mit dem ÖPNV, Erledigung von Einkäufen für gemeinsame Abendessen, Beschaffung von Eintrittskarten, Reklamationen in der Unterkunft) selbstständig zu erledigen. Sie konnten dadurch erkennen, dass schon mit geringen gemeinsamen Sprachkenntnissen und etwas gutem Willen Kommunikation möglich und bereichernd ist und ein Aufenthalt in einem anderen Land, selbst wenn es sich nicht um ein deutsch- oder englischsprachiges Land handelt, keine unüberwindbare Hürde darstellt.

Erfreulich zu beobachten war der Umgang der Austauschteilnehmerinnen und -teilnehmer untereinander: Sie gingen respektvoll miteinander um und unterstützten sich gegenseitig, übernahmen Verantwortung - auch füreinander. Sie haben untereinander hervorragend kommuniziert, so dass wetterbedingt notwendige Programmänderungen alle schnell erreicht haben. Sie zeigten sich flexibel und hielten sich an Regeln, insbesondere an die, auch in freien Zeiten nie alleine die nähere Umgebung von Toulon zu erkunden, sondern immer in Gruppen zusammen zu bleiben.

Unser Dank gilt dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW), der Stadt Mannheim sowie dem Förderverein Städtepartnerschaften Mannheim, ohne deren finanzielle Unterstützung dieser Austausch nicht realisierbar wäre. Dass dieser Austausch bereits fast drei Jahrzehnte ohne Unterbrechung und sehr erfolgreich durchgeführt wird, ist bemerkenswert wenn man bedenkt, dass an unserer Schule kein Französisch unterrichtet wird.

erstellt von Spies und Choudhury

am 28.07.2017