Startseite






Aktueller Artikel

„Hier sind Macher am Werk“ - Rückschau Innovationstag 2017

Werner-von Siemens-Schule präsentiert ihre Neuerungen am „Innovationstag“

Die „Digitalisierung“, für die im Bundestagswahlkampf mitunter sogar ein eigenes Ministerium gefordert wurde, sei „ein alter Hut“. Das sagte Gunter Kegel, Präsident des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) am Innovationstag der Werner-von-Siemens-Schule Mannheim (WvSS) vor Vertretern der Stadt, des Regierungspräsidiums, der Wirtschaft und des Lehrerkollegiums.

„Techniken und Geräte funktionieren bereits seit Jahrzehnten digital“, so Kegel in seiner Laudatio, die am  Innovationstag charmant von WvSS-Lehrerin Silke Ohndorf anmoderiert wurde. Das wirklich Neue, was die sogenannte „Vierte industrielle Revolution“ (kurz: „I 4.0“) laut Kegel mit sich bringt, „ist die Vernetzung“.

Hinsichtlich dessen, was die WvSS leistet, um ihre Schüler in der Ausbildung auf die Anforderungen des industriellen Umschwungs vorzubereiten, attestiert Kegel: „Hier sind keine Anwender, sondern Macher am Werk“.

Das „Internet der Dinge“ (aus dem Englischen als „Internet of Things“ in der Fachwelt mit „IoT“ abgekürzt) bedeutet für den Privatmann, dass etwa die Heizung nicht länger vor Ort manuell ein- und ausgeschaltet werden muss, sondern auch aus der Ferne via Smartphone gesteuert werden kann; ebenso wie die Mikrowelle oder die Hausbeleuchtung. Eine selbst programmierte Website, mit der sich der heimische Rollladen hoch und runter fahren lässt, präsentierte Automatisierungsfachfrau Monisha Choudury mit ihren Schülern.

Welchen Einfluss die Vernetzung und das IoT auf industrielle Fertigungsprozesse hat, wird für die Schüler der WvSS im Wesentlichen in drei Laboren der Schule erfahr- und anwendbar, die von Lehrkräften in ungezählten Stunden jenseits ihres Pflichtdeputats ausgebaut und durch modernste Sachspenden der WvSS-Partner aus der freien Wirtschaft unterstützt wurden.

So sind auch diese drei Labore nicht nur mit hochwertigster Technik vollgestopfte, einzelne Fachlehrräume, sondern bilden ein Netzwerk:

Welche Maßnahmen für die Vernetzung von industriellen Einrichtungen notwendig sind, lernen die Schüler im Netzwerklabor, das unter der Regie der Informationstechnik-Spezialisten Andreas Pomi und Harry Baumgärtner steht. Zudem wird über das hier installierte Rechenzentrum das WvSS-Fertigungslabor mit dem schuleigenen Automatisierungslabor gekoppelt.

Raus aus der ungewissen Massenproduktion und hin zur „Losgröße Eins“ geht es im WvSS-Automatisierungslabor bei Michael Schmitt und Heribert Laier: „Hier können wir individualisierte Produkte fertigen“, erläutert Schmitt. „Der Kunde muss sich nicht mehr nach dem vielleicht für ihn passenden Angebot einer Massenproduktionslinie richten, sondern die Produktion passt sich den Bedürfnissen des einzelnen Kunden an“, ergänzt Laier und zeigt, wie über einen Webshop der Nachfrager von heute das Angebot gestalten kann.So kann der Autokäufer im laufenden Produktionsprozess etwa bestimmen, dass sein Traumvehikel Chrom- anstatt Alufelgen haben soll.

Spezielle Wünsche dieser Art erreichen dann die Fertigungsstraße im Labor für Montagetechnik, wo die Schüler als Monteure bei Bernhard Spitzer und Willi Hahn den speziellen Kundenwunsch direkt in die laufende Produktion aufnehmen können. „Pick to light“ ist hier eine Schlüsseltechnik, bei welcher der Automonteur über ein Display angezeigt bekommt, ob nun die Chrom- oder doch die Alufelge an die Achse soll, ob ein Spoiler sein muss oder nicht. (kun)

zum Artikel im MaMo

Zur Fotostrecke

erstellt von kun am 05.12.2017